Tochtermann, Die Leichen im Keller der bayerischen Justiz

Aus Strafverteidiger-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erwin Tochtermann: "Die Leichen im Keller der bayerischen Justiz"
Bayerischer Informationsdiens Verlag, (1983)
ISBN-10: 3923361017
ISBN-13: 978-3923361014

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Klappentext

"(...) Unter diese Verbrechen zählt er die Fälle, in denen "Gerechtigkeit nur geübt" wurde.
Und der Gerichtsreporter weiß: Wer üben muss, der kann nicht.
Diesem "Nichtkönnen" der bayerischen Strafjustiz ist das vorliegende Buch gewidmet."

Aus dem Vorwort von Gerhard Mauz

"(...) Die Strafjustiz hat keine Leichen im Keller, ihre Leichen sind die öffentlichsten. Es schwert sich nur keiner um diese Leichen. Man ist an sie gewöhnt. (...)

Der Umstand, dass es keine Gerechtigkeit auf Erden gibt, hat sich durchgesetzt. Er wird hingenommen, wie das Wetter hingenommen wird. (...)

Wenn den Gerechtigkeit unter Menschen unmöglich ist (und mit diesem Umstand hat man sich, wie gesagt, abgefunden), dann soll unsere defekte Gerechtigkeit doch bitte immerhin strafen. Schließlich hat man vom Strafen etwas, jedenfalls solange man selbst nicht bestraft worden ist. (...)

Wo in Hamburg etwa in kühler Beiläufugkeit abgewickelt wird, wo in den Umländern des Rheins Urbanität noch das Gräßlichste zu schmücken hat und in Schleswig-Holstein der richterliche Blick immer noch (sozusagen) über den Pflug hinweg auf den Delinquenten fällt - da ist in München und um München herum eine derbe, zupackende Fröhlichkeit am Werk, die sogar dann noch zu spüren ist, wenn es - nur scheinbar - ohne jede Fröhlichkeit donnert. (...)

Dem Irrtum wird in Bayern hoher Respekt gezollt. er gilt fast als Nachweis der Menschlichkeit. Ich irre, also bin ich. Wo Irrtum ist, ist Leben. Herr, schütze uns vor denen, die um eine irrtumsfreie Gerechtigkeit im Übermaß bemüht sind, denn wer vom Irtum freiwerden will, der leugnet das Menschlichste, der will sich ihm entziehen. Wer nicht laut ist, gilt in München und um München herum rasch als lau. Wer im Richten zögert, dem gebricht es an der Entschlusskraft, die unter Menschen, die Mensch sein wollen, freudig aufzubringen ist. (...)

Doch die Strafjustiz bedarf weiterhin (und wohl auch auf ewig) der ungebrochenen und nicht zu brechenden Fassungslosigkeit ihres Beobachters. (...)"

Inhaltsverzeichnis

  • Dimitr Todorov - Das "Ding" in der Prinzregentenstraße
  • Schulc - Versuchter Mord und versuchte Notzucht
  • Der Fall Homann
  • Gräfin Diana Eltz - Eifersucht ist eine Leidenschaft
  • Fritz Teufel - Die Justiz als Hure des Staates
  • Tod beim Schäferstündchen
  • Schlecht ermittelt
  • Der Hundekettenmord
  • Manfred Wittmann - "Schwanz ab - Kopf ab"
  • Mordversuch am Ehemann
  • Erich Schromm und Albertime Seim
  • Rolf Pohle - Auch Bayern braucht "Terroristen"
  • Gutachter in Sachen Mord
  • Vermindert schuldfähig
  • Strafe - wofür?
  • Der Mitnahmeselbstmord
  • Rückfalltäter
  • Der bedingte Vorsatz
  • Die zweite Besetzung
  • "Kleine" Fälle
  • Dieter Zlof - Kopf oder Zahl
  • Der Arme und der Reiche

Weblinks

  • Zum Autor Erwin Tochtermann bei Wikipedia
  • Laudatio für Erwin Tochtermann anläßlich der "Pro Reo"-Preisverleihung 2006 durch die Arbeitsgemeinschaft Strafrecht im DAV
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge